Auslandsjahr in Frankreich (Colmar)

Name: Jasmin
Land: Frankreich
Universität: Université de Haute-Alsace
Zeitraum: Sept. 2015 – Juni 2016
Studiengang: Internationales Marketing
Fachbereich an der Partnerhochschule: BWL / Marketing

Häuser am Fluss in Colmar, Auslandsjahr in Frankreich
Unser Nachbarland Frankreich unterscheidet sich doch nicht viel von Deutschland und im Elsass können alle deutsch? Meine Erfahrungen sagen das Gegenteil. Aber ich fang mal von vorne an. Ich habe von September 2015 bis Mai 2016 zwei Semester lang in dem wunderschönen Colmar an der Université de Haute-Alsace im Elsass studiert.
Unser Nachbarland Frankreich unterscheidet sich doch nicht viel von Deutschland und im Elsass können alle deutsch? Meine Erfahrungen sagen das Gegenteil. Aber ich fang mal von vorne an. Ich habe von September 2015 bis Mai 2016 zwei Semester lang in dem wunderschönen Colmar an der Université de Haute-Alsace im Elsass studiert.
Häuser am Fluss in Colmar, Auslandsjahr in Frankreich

Vorbereitung

Da ich einen Studiengang der Deutsch-Französischen Hochschule (DFH) studiert habe, war für mich zu Beginn des Studiums bereits klar, dass es im letzten Studienjahr nach Colmar geht. Als das Auslandsjahr in Frankreich immer näher trat, habe ich mich für Erasmus+ beworben. Dies besteht aus einem Motivationsschreiben und einer Online-Bewerbung. Als ich zugelassen wurde, habe ich ein Learning Agreement ausfüllen müssen und von den Verantwortlichen an der Hochschule unterschreiben lassen. Zudem musste ich an einem Online-Sprachtest teilnehmen. Außerdem habe ich mich beim Förderverein unserer Hochschule für eine Förderung beworben. Da wir allerdings auch schon eine monatliche Förderung der DFH erhalten haben, wurde diese abgelehnt und an andere Outgoings vergeben.

Da jedes Jahr Studenten von unserer Hochschule nach Colmar an die Université de Haute-Alsace gehen, hatten wir den Vorteil, Studenten aus den höheren Semestern nach ihren Erfahrungen und Tipps zu fragen.

Bei der Wohnungssuche wurden dann erste Anzeichen der anderen Kultur erkennbar. Die Wohnung sollte die Partneruni für uns besorgen. Am Tag vor der ersten Veranstaltung in Colmar, war jedoch immer noch nicht klar, welche Wohnung wir bekommen und wir bekamen so langsam Zweifel, ob wir überhaupt eine Wohnung bekämen. Somit habe ich auf den letzten Drücker noch schnell ein Hotelzimmer für die erste Nacht gebucht und den Transport meiner Klamotten u.ä. auf später verschoben.

Chambre de Commerce in Collmar, Auslandsjahr in Frankreich
Weinberg in Frankreich, Auslandsjahr in Frankreich

Die ersten Tage

An einem Freitag angekommen in Colmar fand dann am ersten Tag ein kurzes Infotreffen mit dem Studiengangsleiter statt. Es wurden z.B. Studentenausweise erstellt. Außerdem wurde uns mitgeteilt, dass wir am Wochenende nicht wie vermutet frei hätten, sondern es für uns in die Vogesen in eine Jugendherberge mit den anderen Studenten ging. Dort wurde dann von morgens bis nachts an einem Projekt gearbeitet, was uns das ganze Jahr begleiten würde. Nach dieser Information fuhren wir Freitag dann zur Hausverwaltung unserer Wohnung, um den Mietvertrag zu unterschreiben. Danach haben wir dann ein Bankkonto bei einer französischen Bank eröffnet. Wir hatten Glück, über den Prof. eine Wohnung zu bekommen. Denn in Frankreich ist es üblich, dass man eine Wohnung nur vermietet bekommt, wenn man ein französisches Konto hat. Ein Konto kann man in Frankreich allerdings nur eröffnen, wenn man einen Wohnsitz in Frankreich hat. Es ist also äußerst schwer als Deutsche eine Wohnung in Frankreich zu finden. Zum Thema Wohnen möchte ich noch erwähnen, dass man auf jeden Fall CAF beantragen sollte. Das ist das französische Wohngeld, was du als Student erhältst.

Das Wochenende in den Vogesen war super, um die neuen Kommilitonen kennen zu lernen und sich in die Gruppe zu integrieren, allerdings auch sehr anstrengend. Es wurden innovative Produktideen entwickelt, die dann vor den Profs vorgestellt und von diesen bewertet wurden. Um acht Uhr ging es morgens los und gegen 0 Uhr nachts gingen wir erst schlafen.

Die ersten Tage

An einem Freitag angekommen in Colmar fand dann am ersten Tag ein kurzes Infotreffen mit dem Studiengangsleiter statt. Es wurden z.B. Studentenausweise erstellt. Außerdem wurde uns mitgeteilt, dass wir am Wochenende nicht wie vermutet frei hätten, sondern es für uns in die Vogesen in eine Jugendherberge mit den anderen Studenten ging. Dort wurde dann von morgens bis nachts an einem Projekt gearbeitet, was uns das ganze Jahr begleiten würde. Nach dieser Information fuhren wir Freitag dann zur Hausverwaltung unserer Wohnung, um den Mietvertrag zu unterschreiben. Danach haben wir dann ein Bankkonto bei einer französischen Bank eröffnet. Wir hatten Glück, über den Prof. eine Wohnung zu bekommen. Denn in Frankreich ist es üblich, dass man eine Wohnung nur vermietet bekommt, wenn man ein französisches Konto hat. Ein Konto kann man in Frankreich allerdings nur eröffnen, wenn man einen Wohnsitz in Frankreich hat. Es ist also äußerst schwer als Deutsche eine Wohnung in Frankreich zu finden. Zum Thema Wohnen möchte ich noch erwähnen, dass man auf jeden Fall CAF beantragen sollte. Das ist das französische Wohngeld, was du als Student erhältst.

Das Wochenende in den Vogesen war super, um die neuen Kommilitonen kennen zu lernen und sich in die Gruppe zu integrieren, allerdings auch sehr anstrengend. Es wurden innovative Produktideen entwickelt, die dann vor den Profs vorgestellt und von diesen bewertet wurden. Um acht Uhr ging es morgens los und gegen 0 Uhr nachts gingen wir erst schlafen.

Weinberg in Frankreich, Auslandsjahr in Frankreich

Studium

Am Montag darauf begannen dann die Vorlesungen. Diese waren ganz anders als wir es aus Deutschland gewohnt waren. Eine Vorlesung gleicht einem Diktat, der Professor lehrt ohne Skript oder Powerpoint-Präsentation und alle schreiben mit. Dabei wird wortwörtlich abgetippt, was der Prof sagt und anschließend für die Klausur auswendig gelernt. Außerdem ist die Hochschule wesentlich hierarchischer organisiert gewesen. Dies äußert sich z.B. darin, dass Studenten fragen, ob sie aufs Klo gehen dürfen oder auch generell keine Gegenfragen in der Vorlesung stellen oder Inhalte zur Diskussion stellen. Dies heißt allerdings nicht, dass man nur Theorie auswendig lernt. Wir hatten sehr viele sehr umfangreiche Praxisprojekte, die zwar sehr aufwendig waren, aber super lehrreich und spannend waren. Man hat also sehr viel für die Praxis gelernt. Jedoch merkt man schnell, dass es in Frankreich viel chaotischer ist. Generell kamen alle immer zu Gruppentreffen über eine halbe Stunde zu spät. Was aber auch des Häufigeren bei Vorlesungen vorkam, wobei dies auf den Prof zutraf. Die Studenten kamen fast nie später als der Prof, da dies häufiger zur Folge hatte, dass man Ärger bekam und wieder gehen musste. Dies war in dem Sinne problematisch, weil in Frankreich in den Vorlesungen Anwesenheitspflicht ist.

Generell waren wir immer (natürlich mit Ausnahmen) von 9 bis 18 Uhr circa in der Universität. Zeit zum Nacharbeiten war also nur abends oder am Wochenende. So etwas wie eine Klausurphase gab es jedoch nicht. Klausuren wurden, ähnlich wie bei uns in der Schule, regelmäßig geschrieben. Insgesamt hatten wir pro Semester 10 Module, die Klausuren und Projekte enthielten. Erwähnenswert ist außerdem, dass es keinen festen Stundenplan gibt. Jede Woche hat man einen anderen Stundenplan, der manchmal auch erst kurz vorher feststeht.

Schneeschuhe im Schnee, Auslandsjahr in Frankreich
Europaparlement in Strßburg, Auslandsjehr in Frankreich

Freizeit

Freizeit hatten wir, wie gesagt, nicht so viel. Man hat sich mal abends getroffen oder ist weggegangen. Ab und zu gab es in einem Club, ziemlich abgelegen, eine Studentenparty. Jedoch ist Colmar mit Clubs nicht so gut ausgestattet. Daher trifft man sich eher bei einem Kommilitonen in der Wohnung. Außerdem gab es ein breites Sportangebot, an dem man teilnehmen konnte (für die Franzosen war ein Sportkurs Pflicht). Für Flammkuchenliebhaber gibt es außerdem sehr viele Ausgehmöglichkeiten. Da Colmar eine Touristenstadt ist, gibt es sehr viele traditionelle Restaurants, in denen es super leckere Flammkuchen oder andere elsässische Gerichte und Wein gibt.

Wenn Zeit am Wochenende war, gab es in der Umgebung sehr viel zu erkunden. Elsass ist aus meiner Sicht eine sehr schöne Gegend. Es gibt sehr viele kleine Dörfer mit Fachwerkhäusern und überall Weinberge soweit das Auge reicht. Straßburg ist zudem auch sehr sehenswert. Außerdem lohnt es sich mal nach Freiburg oder Basel zu fahren. Die Städte befinden sich in der Nähe. Zudem ist der Europapark nicht weit entfernt. Im Winter kann ich wärmstens die schönen Weihnachtsmärkte, v.a., den in Colmar, empfehlen. Außerdem kann man in den Vogesen gut Ski fahren oder eine Schneewanderung machen.

Freizeit

Freizeit hatten wir, wie gesagt nicht so viel. Man hat sich mal abends getroffen oder ist weggegangen. Ab und zu gab es in einem Club, ziemlich abgelegen, eine Studentenparty. Jedoch ist Colmar mit Clubs nicht so gut ausgestattet, daher trifft man sich wenn bei einem Kommilitonen in der Wohnung. Außerdem gab es ein breites Sportangebot, an dem man teilnehmen konnte (für die Franzosen war ein Sportkurs Pflicht). Für Flammkuchenliebhaber gibt es außerdem sehr viele Ausgehmöglichkeiten. Da Colmar eine Touristenstadt ist, gibt es sehr viele traditionelle Restaurants, in denen es super leckere Flammkuchen oder andere elsässische Gerichte und Wein gibt.

Wenn Zeit am Wochenende war, gab es in der Umgebung sehr viel zu erkunden. Das Elsass ist aus meiner Sicht eine sehr schöne Gegend. Es gibt sehr viele kleine Dörfer mit Fachwerkhäusern und überall Weinberge soweit das Auge reicht. Straßburg ist zudem auch sehr sehenswert. Außerdem lohnt es sich mal nach Freiburg oder Basel zu fahren. Diese Städte befinden sich in der Nähe. Zudem ist der Europapark nicht weit entfernt. Im Winter kann ich wärmstens die schönen Weihnachtsmärkte, v.a., den in Colmar, empfehlen. Außerdem kann man in den Vogesen gut Ski fahren oder eine Schneewanderung machen.

Europaparlement in Strßburg, Auslandsjehr in Frankreich

Auf jeden Fall empfehlenswert, wenn auch manchmal nervenaufreibend!

Alles in allem kann ich ein Auslandsjahr in Frankreich sehr empfehlen. Man regt sich zwar auch häufig über Dinge auf, da es einfach nicht so gut organisiert in Frankreich abläuft, wie man es von Deutschland kennt. Man muss Geduld und Flexibilität mitbringen oder entwickeln. Aber es ist eine tolle Erfahrung, da man super viel dazu lernt, sich selber entwickelt, nette Leute kennenlernt und eine schöne Zeit hat. Dadurch, dass der ganze Studiengang alle Kurse zusammen hat, ist man auch super integriert und findet sehr schnell neue Freunde. Und die Franzosen habe ich als ein teils chaotisches, aber super freundliches und hilfsbereites Völkchen erlebt. Die Gegend ist einfach super schön und schönes Wetter hat man zudem sehr häufig. Alles andere musst du selber erleben und beurteilen, da solche Erfahrungen und vor allem kulturelle Unterschiede schwer in Worte zu fassen sind.

französisches Gebäck in Auslage, Auslandsjahr in Frankreich

2 Kommentare

  1. Johannes Dippel

    Ein schöner und außergewöhnlich umfänglicher Bericht. Gerade in Bezug auf die Integration der Studierenden, kann ich mich nur anschließen. Die Abstimmung der Kurse hilft, den Kontakt zu den Kommilitonen maßgeblich zu verbessern und dient somit als Werkzeug des Zusammenhalts.
    Ein Jahr (oder auch länger) in Frankreich zu verbringen, fördert die Kenntnisse gegenüber des Partnerlandes wie auch seine eigenen Kultur gegenüber. Sowohl Adaptionsfähigkeit, als auch Selbstreflexion, sind zentraler Bestandteil des Auslandsaufenthalts. Somit erleichtert die persönliche Entwicklung während dieser Auslandsphase auch das Arbeiten nach dem Wiedereintritt in die eigene Kultur.
    Ein rundum gelungenes Abenteuer, welches ich interessierten und aufgeschlossenen Studenten nur wärmstens empfehlen kann!

    Antworten
    • tipps-studium.de

      Hallo Johannes,
      vielen Dank für deinen ausführlichen Kommentar und die genannten interessanten Aspekte eines Auslandsjahrs. Wir freuen uns, dass du auch gute Erfahrungen in Frankreich machen konntest und wünschen dir weiterhin viel Erfolg und interessante Erfahrungen.
      Dein Tipps-Studium.de Team

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